Einer Legende zufolge hat Konrad Adenauer die Vorhänge in seinem Abteil zugezogen, als sein Zug den Kölner Hauptbahnhof verließ und Kurs auf die rechte Rheinseite nahm. “Sibirien” sei das – in jedem Fall nichts Gutes in den Augen des einstigen Kölner Oberbürgermeisters. Nicht nur Adenauer, auch heute halten die meisten Kölner die rechte für die falsche Rheinseite. Und glauben, dass Schäl Sick ”falsche Seite” bedeute. Ist aber falsch. Der Ausdruck schäl kommt vom kölschen Wort schäle für „blinzeln“ oder “schielen”. Die Legende, die sich damit verbindet, hat mit Pferden, Treidelschiffen und Sonne zu tun. Ist aber umstritten. Unumstritten ist: Die rechte Seite war und ist “die andere” Seite, was mit der 2000-jährige Geschichte der Stadt zu tun hat (die Schuld liegt auch bei den Römern). Aber: Auch wenn die rechte die “andere” Seite bleibt — Schäl Sick, finden wir, hat einen liebevollen Klang. Und das ist – genau richtig.