Der Traum: eine bunt eingefärbte, detaillierte Karte mit statistischen Infos zu den Kölner Stadtteilen. Die Realität: eine Literaturstudentin mit Mathe-Phobie, ein Jahre zurück liegender Excel-Kurs und ein Tutorial zu Google Fusion Tables, das mit unbekannten Dateiformaten nur so um sich wirft.

Die ersten Schritte: Aus komplettem Unverständnis klicke ich zunächst auf jeden Link im Tutorial und lerne auf diese Weise, was das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie so alles treibt. Ich finde Datenmaterial zu allem Möglichen außer den Kölner Stadtteilen, die aber nun einmal auf die Karte sollen. Nach dieser Irrfahrt weiß ich immerhin was ich brauche: so genannte Shape-Dateien, die die Umrisse der Stadtteile und -bezirke in Tabellenform beschreiben. Die hat praktischerweise das Amt für Statistik, und mithilfe des im Tutorial verlinkten Entpacker-Programms sind die Daten in null Komma nix in Google Docs hochgeladen – ein erster kleiner Triumph. Jetzt wird die Arbeit mit den harten Fakten zur Zaubertrankbrauerei: Ein paar Excel-Tabellen mit statistischen Daten zusammenkopieren, miteinander verrechnen und in jeder erdenklichen Kombination zusammenrühren, und die Google-Magie erledigt den Rest. So stelle ich mir das jedenfalls vor.

Das Ergebnis: Die gewünschte Karte ist in Stadtteile eingeteilt, aber nach wie vor einheitlich rot eingefärbt. Das ist weder ästhetisch ansprechend noch informativ. Also zurück zur Tabellen-Alchemie. Ich lerne: Die Kunst liegt in der korrekten Auswahl, Dosierung und Kombination der Zutaten. Drei Stunden später liegen die richtigen Zahlenreihen an der richtigen Stelle in der richtigen Tabelle. Nach dem hundertsten Anlauf auf die letzte Hürde erscheint endlich der erlösende Farbverlauf, die Karte verwandelt sich in den ersehnten Flickenteppich:






Endlich sehe ich violett auf google-map-gelb, was ich bisher nur aus trockenen Zahlen wusste: Die Stadtteile auf der schäl Sick haben einen hohen Anteil an Bürgern mit Migrationshintergrund. Die erste These zur schäl Sick ist erfolgreich datenjournalistisch visualisiert — weitere sollen folgen. Jetzt bin ich auf den Geschmack gekommen. Ab morgen wird die Karte grün eingefärbt, auf die rechte Rheinseite zugeschnitten, mit Schaubildern ergänzt. Das Ziel: bunter, detaillierter, multimedialer.